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Hallo und herzlich Willkommen hier auf The-Way-I-Am, meinem Tagebuchblog, wo alles drauf kommt, was ich so schreibe und natürlich viel über mich. Viel Spaß wünsche ich.
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Bussituationen

Die folgenden Ereignisse sind alle zu 100% wahr und haben sich vorletzten Sommer ereignet, immer montags um halb 2 auf dem Weg zur Nachhilfe. Nur so als Info.

13.34Uhr: Der Bus hat 6 Minuten Verspätung. Für mich ist das kein Problem, aber da etwa 30 andere Schüler dringend nach hause wollen, bekomme ich langsam Angst. So scheint es auch der einzigen Person über 18 zu gehen: einer ca. 70 jahre alten Dame, die verdächtig oft auf die Uhr und noch viel öfter zu den Jugendlichen schaut.
13.38Uhr: Ich stehe schon etwas abseits von der Gruppe. Nur für den Fall, dass gleich die Polizei anrückt. Aber da kommt endlich der Bus. Er hält und nun sehe ich das erste praktische Problem an diesem Tag. ich werde es kurz erläutern, dann dürfte es jedem klar werden: Der Bus ist für ca. 50 Personen ausgelegt, im Bus befinden sich ca. 30 Personen, an dieser Haltestelle wollen etwa weitere 30 Schüler-und ich-herein. Doch ich habe eine tolle Idee: Sei bei den ersten, die in den Bus einsteigen, dann hast du eine super Chance mitgenommen zu werden. Und so mache ich es auch. Ich betrete den Bus und muss mich danach nur noch führen lassen...gegen die Scheibe. Ich versuche mich von dieser zu lösen, doch die 30 Schüler, die 1. alle durch diese Tür einzusteigen scheinen und 2. alle auf jeden Fall mit DIESEM Bus fahren müssen, verhindern dies gekonnt. Nachdem ich einige Sekunden brauchte um mich weit genug von der Scheibe zu entfernen, sodass ich ausreichend Luft bekam, schließen sich jetzt die Türen und der Bus setzt sich in Bewegung. Ich versuche mich zu erinnern, wieviele Haltestellen ich fahren muss: 6. Das ist zu schaffen. Sogar mit dem Ellenbogen dieses sauer wirkenden 17 jährigen in den Rippen. Ich versuche, mir die Zeit irgendwie zu vertreiben und schaue nach draußen. Leider verhindert eine ca. 3cm dicke Dreckschicht vor der Scheibe, dass ich mehr als die Tageszeit (es ist hell) und Schemen (von Häusern) erkennen kann. Naja, auch egal. Du kannst ja mal schauen, denke ich, wer so alles im Bus ist: Ein Stück vor mir steht ein verängstigt aussehender 5.Klässler, der wohl verzweifelt überlegt, wie er hier wieder lebend herauskommt. Dann gibt es noch das andere Opfer seiner tollen Ideen: Ein junger Mann, am Ende des Teenager-alters, der genauso wie ich an die Scheibe gepresst wird. Er schaut mich verzweifelt an, während er versucht, sich gegenüber einer 7.klässlerin zu behaupten, die mit den Ellenbogen nach links und rechts ausschlägt und so versucht, sich Platz zu schaffen. Vergebens. Ein anderer Schüler, 8.Klasse schätze ich, peilt mit den Augen den Ausgang an. Der Bus wird langsamer und fährt rechts ran. Die Türen gehen auf und der Junge versucht, sich zu eben diesen durch zu kämpfen. Ich grinse. Tja, das wird wohl nichts. Fährst du halt noch eine Haltestelle mit. Doch eines macht mir Sorgen und da sind wir wieder bei den praktischen Problemen. In diesem Fall manifestiert es sich in Form einer mitdreizigerin mit Kinderwagen, die entschlossen scheint, beides (sowohl sich, als auch den Wagen) in diesen Bus zu bringen. Sie schiebt und drückt, doch es hilft nichts. Der Bus hat seine kritische Maße einfach schon erreicht (bzw. überschritten). Ich atme kurz auf, doch leider gibt es da noch ein Problem: hilfsbereite Passanten. "Warten Sie, ich helfe Ihnen. Wir kriegen diesen Wagen schon da rein *lacht*". Ja, super lustig, du musst deinen viertel Quadratmeter auch nicht noch einmal teilen. Nach ca. 2 Minuten sind wirklich beide Subjekte drin. Die Frau grinst mich fröhlich an. Mich tröstet ein Gedanke: das Lachen wird auch dir vergehen. Die Türen gehen zu, ich sehe den 8.Klässler nicht mehr, er scheint doch entkommen zu sein. Der Bus setzt sich wieder in Bewegung und ich mache wieder (unfreiwillig) nähere Bekanntschaft mit der Fensterscheibe. Ob die Luft hierdrin knapp werden kann? Es riecht schon nach sterbenden Menschen. Ich schaffe es irgendwie, meinen Arm zum Gesicht zu führen und schaue auf die Armbanduhr:
13.44Uhr: Ich versuche, mich noch einmal umzuschauen, ich möchte schließlich wissen, ob jemand entkommen ist. Ich sehe das andere Opfer der Scheibe nicht mehr, die anderen scheinen noch da zu sein. Noch völlig in Gedanken versunken macht mich ein freundlicher Schüler aus der letzten Reihe des Busses auf ein weiteres Problem aufmerksam:"VORSICHT, LESBEN!!!" Noch leicht verwundert, was der junge Mann damit meinen könnte wird der Bus erneut langsamer. Die Türen öffnen sich und plötzlich werden mir drei Sachen klar: 1. Wo wir sind (direkt vor der BMV, der Mädchenschule), 2. Was der junge Mann gemeint hat und 3. Dass dies noch eine lange und grausame Fahrt wird (da weitere 20 Mädchen in diesen Bus wollen. Und was sie wollen, passiert auch so. Immerhin lässt sich mein viertel Quadratmeter noch einmal teilen.). Das ist das zweite Mal an diesem Tag, dass ich Angst bekomme und es wird nicht das letzte Mal sein...
irgendeine Uhrzeit zwischen 13.44Uhr und 14Uhr: Es hat wirklich geklappt, die BMV-Schülerinnen komplett in diesen Bus zu kriegen. Die geübten Mädchen haben perfekt jeden Zentimeter ausgenutzt, der blöder Weise nicht schon von uns in Beschlag genommen wurde (Dieser Fehler wird mir kein zweites Mal passieren). Ich habe ein wenig Angst, mir in den nächsten Sekunden eine Ohrfeige einzufangen, denn mein Arm hängt an dem Po einer 9.Klässlerin, die mir die ganze Zeit böse Blicke über die Schulter zuwirft. Ich muss den Arm da wegbekommen. Aber wie? Nach einigen Verrenkungen habe ich es geschafft, meinen Arm so vor meine Brust zu bekommen, dass sich keine(r) mehr belästigt fühlen dürfte, oder sonst etwas an mir auszusetzen hat. HA, denkste! Vor einem der wenigen Sitzplätze stehen zwei Mädchen auf Zehenspitzen, damit sie an die Haltestangen knapp unter dem Dach des Busses heran kommen und lachen. Sie machen meine (zugegebener maßen leicht lächerlich wirkende) Armhaltung nach und lachen. ich lasse mich einen Moment lang von Rachegelüsten hinreißen, doch ich erkenne, dass es nur eine Chance gibt, diese Fahrt zu überleben: Die Energien darauf zu verwenden, sich ein wenig Platz zu schaffen und diesen unter allen Umständen zu verteidigen!...trotzdem ist es nicht schlecht, den Arm anders zu halten, denn es sieht wirklich richtig dämlich aus. Erneut wird der Bus langsamer. Ich habe immer noch die naive Hoffnung, dass ein paar Menschen aussteigen und nicht nur neue einsteigen. Zumindest zum Teil wird meine Hoffnung erfüllt: Die Menschen an der Haltestelle schauen erschrocken in den Bus und ich glaube, bei einem Mann habe ich Mitleid erkannt. Nur zwei junge Frauen entschließen sich dazu, trotzdem einzusteigen. Dafür steigen zwei Schülerinnen aus. Also hat sich zumindest nichts verschlechtert. Eigentlich wollte noch ein 6.Klässler aussteigen, aber drei ältere Schülerinnen haben dies verhindert. Als die Türen gerade zugingen haben sie jedoch Mitleid (von wegen) und haben ihn durchgelassen. Gerade noch rechtzeitig, dass der Junge gegen die Tür knallen und zusehen kann, wie sein zuhause in weite Ferne rückte. Naja, denke ich, zumindest kannst du bei der nächsten Haltestelle raus und ich hab Halbzeit. Die Lage scheint sich erfreulicherweise auch etwas zu beruhigen. Ich komme inzwischen auf gut einen 3/4 Quadratmeter und ich gewöhne mich an den Schmerz in den Rippen. Er zeigt mir, dass mich die immer schlechter werdende Luft noch nicht getötet hat. An dieser Stelle möchte ich kurz sagen: Ich dramatisiere nicht, ich gebe nur meine Gedanken und Eindrücke zu diesem Zeitpunkt wieder. Nunja, auf jeden Fall fange ich gerade an , die Situation zu akzeptieren als ich lautstark daran erinnert werde, dass in dem Kinderwagen auch ein Baby liegt: Das Kind fängt an zu schreien. Ich kann es ihm nicht verübeln, das würden wir alle, glaube ich, gerne in diesem Moment machen, aber es stört doch ein bisschen. Ich sehe, dass einige Schüler wohl die selben Gedanken haben wie ich, denn ihre Blicke sehen nicht unbedingt freundlich aus. Aber zumindest gibt es eine Person in diesem Bus, die sich nicht an dem Geschrei stört: Die Mutter. OK, zugegeben, sie kann ihr Kind im Moment nicht aus dem Wagen holen, da sie einfach nicht dran kommt, aber ihr halbherziges Zureden wirkt sehr gelangweilt. Die freundliche Durchsage im Bus verrät mir, dass es auf Haltestelle Nummer vier zugeht. Kurz danach öffnen sich die Türen und zum ersten Mal steigen mehrere Schüler aus. Auch der 6.Klässler stürmt heraus und wechselt sofort die Straßenseite um an der gegenüberliegenden Haltestelle auf den Bus in die andere Richtung zu warten. Na du hast es echt nicht besser verdient, wenn du für eine Haltestelle wieder in einen Bus steigst. Die Türen schließen sich wieder, es sind kaum Menschen nachgestiegen. Sogar der 17 jährige nimmt seinen Ellenbogen aus meinen Rippen. Ein schönes Gefühl...
13.53Uhr: Ein paar Schüler aus der letzten Reihe, darunter auch der freundliche Junge, der mich vor der Gefahr der BMV-Schülerinnen gewarnt hat. Sie stellen sich neben mich und mustern mich von oben bis unten. Ich überlege, was ich an mir haben könnte, das einen Lacher wert wäre, aber mir fällt nichts ein. So scheint es auch den jungen Männern zu gehen, die nach einigen Moment etwas wütend nach vorne gucken. Das Kind wird auch wieder ruhiger (vielleicht Sauerstoffmangel?) und ich kann die Fahrt zum ersten Mal fast genießen. Jeder wird sich denken können was passiert. Richtig. Ein Problem tut sich auf. Diesmal ist es eine scharfe Kurve und die Tatsache, dass sich die super coolen jungen Männer natürlich nicht fest halten. Warum auch, man könnte ja an seinem Platz stehen bleiben. Auf jeden Fall mache ich so erneut Bekanntschaft mit einem Ellenbogen und meinem alten Freund, der Fensterscheibe. "Ey, sorry" höre ich von dem Mann, ich nicke nur. Und da kommt auch schon Haltestelle Nummer fünf in Sicht. Die letzten Schüler und ein Großteil der BMV-Schülerinnen steigen nun aus. Ich atme tief durch (es kommt ja jetzt wieder neuer Sauerstoff herein, der jetzt sogar ausreichen könnte, normal zu atmen). Es steigen einige Grundschüler ein. Leider haben kleine Kinder oft die dumme Angewohnheit, sich über dumme Themen in einer dummen Lautstärke zu unterhalten. Ich find das echt...scheiße. Naja, jetzt bin ich zumindest auf dem neuesten Stand der Yu-gi-oh Serie und weiß, welche Karten man lieber im Verteidigungsmodus spielen sollte (Einzelheiten dazu erspare ich euch an dieser Stelle). Wir kommen zu einer Baustelle und einem damit verbundenen Stau. Ich schaue aus dem Fenster vorne heraus und sehe, dass sich dieser Stau noch ein ganzes Stück hinzieht. Es scheint wohl nicht nur an der Baustelle zu liegen. Ich habe ja Zeit, ich muss ja erst (ich schaue auf die Armbanduhr) in zwei Minuten bei der Nachhilfe sein und habe nach dem Aussteigen nur noch einen Fußweg von 500 Metern vor mir. Außerdem kann ich die Haltestelle, an der ich aussteigen muss, ja schon sehen. Sie ist nur noch etwa 20 Meter entfernt, doch der Busfahrer denkt gar nicht daran, uns fünf (die coolen, jungen Männer und mich) schon hier raus zu lassen. Dennoch fragt einer der coolen. Die überaus freundliche Antwort des Busfahrers:"Nein. Geht nicht"-"Warum nicht?"-"*murmel* Beförderungsgesetz *murmel* Menge Ärger *murmel*". Ich werde langsam nervös. Dann endlich nach vier-fünf Minuten kommt der Bus vorran und schafft es tatsächlich, an der gewünschten Haltestelle anzuhalten. Erleichtert betrete ich den festen Boden noch vor den coolen. Diese scheinen auch sehr erleichtert zu sein, endlich dieses Gefährt verlassen zu können. Mit schnellen Schritten verschwinden sie. Ich höre noch Wortfetzen:"Nie wieder um die Uhrzeit...So voll...Stinken...Scheiß Lesben...". Während der Bus abfährt und ich zwei Schüler aus dem hinteren Fenster sehe, denke ich nur eins: GESCHAFFT! Doch dann wird mein ein Detail schmerzhaft klar: Ich muss auch wieder nach hause...

To Be Continued....